
Kindheit & Duft-Philosophie – Wie ein Balletttraum zum Duftuniversum wurde
Francis Kurkdjian wird 1969 in Paris geboren – als Kind einer armenischen Familie, in der Kultur keine Deko ist, sondern Grundnahrungsmittel: Musik, Kunst, Geschichten, Besuche in Pariser Museen gehören zum Alltag.
Eigentlich will er als Teenager Balletttänzer an der Pariser Oper werden. Er besteht die Aufnahmeprüfung nicht – und steht plötzlich vor der Frage: Was jetzt? Dieser Bruch ist wichtig: Statt Bühne wird es ein anderes, unsichtbares Theater – die Welt der Düfte. Schon mit 13 interessiert er sich für Parfum, mit 16–17 ist klar: Er will Parfümeur werden.

Seine Philosophie lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen:
- Duft ist Sprache. In Interviews beschreibt er Parfum als „Story in flüssiger Form“ – ein Buch schreibt mit Worten, er erzählt mit Molekülen.
- Duft ist Garderobe. Die MFK-Kollektion ist bewusst wie eine „fragrance wardrobe“ gedacht: verschiedene Düfte für verschiedene Rollen, Launen, Orte.
- Duft ist Empowerment. Er will, dass Menschen sich mit seinem Parfum „stärker“ fühlen – so, wie ein perfekter Anzug oder ein gutes Paar Schuhe plötzlich Haltung erzeugt.
Für Francis Kurkdjian ist die olfaktorische Garderobe die Essenz seines Hauses – ein persönlicher Ausdruck, der die Freiheit verkörpert, alle Facetten der eigenen Persönlichkeit zu zeigen.
Ausbildung & Karriere: Von „Le Male“ bis Dior
ISIPCA & die ersten Jahre
1990 beginnt Kurkdjian sein Studium an der legendären ISIPCA in Versailles – der Kaderschmiede für Parfümeure. Nach dem Abschluss startet er bei Quest International (heute Teil von Givaudan) und arbeitet im Hintergrund für große Marken.
Parallel macht er einen Master am Paris Institute of Luxury Marketing – er lernt also nicht nur Formeln, sondern auch Luxus-Branding.
Der Durchbruch: Le Male & die 90er/2000er
Mit 26 Jahren knallt er einen Duft raus, der bis heute in jedem Duty-Free steht:
Jean Paul Gaultier – Le Male (1995).
Der Duft wird einer der meistverkauften Herrendüfte der Welt und macht seinen Namen in der Branche unsterblich.
- Guerlain – Rose Barbare (eine moderne Rose für die L’Art-et-la-Matière-Linie)
- mehrere Kouros-Flanker für Yves Saint Laurent
- Narciso Rodriguez for Her / for Him (mit Christine Nagel)
- Cologne Blanche & Eau Noire für Dior – frühe Hinweise darauf, wie gut er mit klassischen Luxus-Häusern harmoniert
Gegenwart: Der Mann hinter MFK – und Dior
- Bei Dior: High-End Mainstream mit künstlerischem Anspruch.
- Bei MFK: Die volle kreative Freiheit – kein Mass-Market-Kompromiss, sondern maximale Raffinesse für Duft-Nerds.

Die Geburt von Maison Francis Kurkdjian
- Den Parfümeur ins Rampenlicht stellen.
- Eine Kollektion entwerfen, die wie ein Kleiderschrank funktioniert: verschiedene Stücke für Alltag, Date, Office, Red Carpet.
- Französisches Savoir-faire, aber mit zeitgenössischer Vision – nicht retro, nicht „Barock plus Goldrand“, sondern klar, urban, modern.

Die MFK-Stars rund um den Blockbuster Baccarat Rouge 540
Warum MFK anders tickt. Kleine Anekdoten, die man gerne weitererzählt
- Vom gescheiterten Tänzer zum Duftarchitekten
Dass Kurkdjian beim Pariser Opernballett abgelehnt wurde, hat vermutlich seine Art geprägt, Düfte zu komponieren: Struktur, Rhythmus, Bewegung, Sillage – alles erinnert an eine Choreografie im Raum. - Die Großmutter als Kulturagentin
Seine armenische Großmutter überlebte mehrere Kriege und nahm ihn als Kind mit in Museen und in die Pariser Kulturwelt, um ihn bewusst nicht in einem ethnischen „Ghetto“ aufwachsen zu lassen. Gleichzeitig bestand sie darauf, dass er seine armenischen Wurzeln kennt. Dieses Spannungsverhältnis – verwurzelt und trotzdem kosmopolitisch – spürt man in vielen seiner Düfte. - Papier d’Arménie & Marie Antoinette
Kurkdjian hat das klassische Räucherpapier Papier d’Arménie für ein Frankreich-Armenien-Gedenkjahr neu interpretiert und den Duft der Königin Marie Antoinette für Versailles rekonstruiert – Duft als historische Rekonstruktion. - Bespoke Atelier
2001 eröffnet er als einer der ersten ein Atelier für maßgeschneiderte Parfums, lange bevor „Custom Fragrance“ zum Marketing-Buzzword wird.
FAQ - MFK
einfach auf die Frage klicken
Wo kann man MFK testen?
Kurz:In der Parfümerie Hussong
Die Düfte von MFK musst Du live erleben. Selbst die Ikonen, wie Baccarat Rouge 540 oder Grand Soir, sind kein Blindbuy, sondern entwickeln sich individuell auf Deiner Haut.
Ist Maison Francis Kurkdjian (MFK) eher für Männer oder Frauen?
Kurz: Viele MFK-Düfte sind bewusst unisex gedacht.
Offiziell gibt es Damen- und Herrendüfte, aber das Haus denkt in „olfaktorischen Garderoben“ statt in starren Gender-Kategorien. Wichtige Releases wie Baccarat Rouge 540, Grand Soir oder OUD satin mood sind klar unisex positioniert.
Ist Baccarat Rouge 540 ein Herrenduft?
Kurz: Nein – offiziell unisex.
In der Praxis tragen ihn alle: von Social-Media-Fans bis zu Business-Typen im Anzug. Entscheidend ist, ob du diesen süß-harzigen, „luftig“-amberwoodigen Charakter magst.
Was ist der Unterschied zwischen Baccarat Rouge 540 Eau de Parfum (EdP) und Extrait de Parfum?
Kurz: EdP wirkt transparenter, das Extrait dichter und länger.
- EdP: luftiger, kristalliner, eher „Zuckerdunst“.
- Extrait: dichter, cremiger, mandeliger – meist stärkere Projektion und längere Haltbarkeit.
Was macht die OUD-Düfte von MFK besonders?
Kurz: Oud-Opulenz, aber französisch „konstruiert“ statt Rauchkeule.
Sie kombinieren die Wucht von Oud mit klarer Struktur: definierte Akkorde statt undifferenzierter Rauchwand. OUD ist eher holzig-würzig; OUD satin mood übersetzt Oud in samtige, rosige Wärme.
Wofür steht „Gentle Fluidity“ genau?
Kurz: Gleiche Rohstoffe – andere Dosierung, anderes „Gender-Feeling“.
Beide Versionen nutzen dieselben 49 Rohstoffe, aber in anderer Balance: Silver wirkt frischer und klarer, Gold wärmer und vanilliger.
Kann ich MFK-Düfte layern?
Kurz: Ja – „olfaktorische Garderobe“ ist genau dafür gemacht.
Viele layern z.B. Baccarat Rouge 540 mit frischeren Colognes oder setzen zu Grand Soir eine hellere Zitrus-Note für Kontrast.
Warum sind MFK-Düfte so teuer?
Kurz: Luxus-Positionierung + Rohstoffe + Entwicklungsaufwand.
Hochwertige Rohstoffe (z.B. Oud-Qualitäten), aufwendige Entwicklung, High-End-Retail-Positionierung und ein kreativer Kopf, der zur Top-Liga der Parfümeure gehört.
Für ein echtes Dufterlebnis und eine klasse Beratung besuchen Sie uns in der Ludwigsstraße 1 in Mainz.

