Jil Sander Olfactory Series Logo
Mit unserer Audio-Podcast-Reihe "Hör mal wie gut das riecht!"  liefern wir Euch tiefes Hintergrundwissen und Fun Facts.

Wie gelingt es Jil Sander den Duft-Olymp erneut zu erklimmen?

Vom Purismus über das Sonnenbad zur Olfactory Series 1
Die Anfänge

1979 – Woman I / “Woman Pure”: Der erste Duft der Marke ist ein grün-aldehydischer Chypre – sauber, seifig, unaufgeregt elegant. Genau die olfaktorische Übersetzung von Sander-Minimalismus. (Wenn Sie Bilder der alten Flakons lieben: Die frühen Jil-Sander-Flaschen – ikonisch reduziert – gehen auf Peter Schmidt zurück.)

1981 – Bath & Beauty (Jacques Artarit): Eine seidig-aldehydische Badekultur in Parfumform – “weiße Porzellanwanne” im Kopf, milchig-sauberes Leuchten auf der Haut.

1981 – Man Pure (Jacques Artarit): Würzig-holzige Männlichkeit mit Krautigkeit, Rauch und Leder-Anklängen – ein Kultgeheimtipp, der später als Scent 79 Man modernisiert wiederauftauchte (2008, Mark Buxton).

Die großen Wegmarken

1989 – SUN (Pierre Bourdon): Der deutsche Sommerklassiker schlechthin. “Riecht wie Sonnencreme” – nicht als Gag, sondern als Pionierthema: ein Haut-und-Sonne-Akkord, der ganze Duftgenerationen sozialisiert hat.

Wie gelingt es Jil Sander den Duft-Olymp erneut zu erklimmen?

Die Anfänge

1979 – Woman I / “Woman Pure”: Der erste Duft der Marke ist ein grün-aldehydischer Chypre – sauber, seifig, unaufgeregt elegant. Genau die olfaktorische Übersetzung von Sander-Minimalismus. (Wenn Sie Bilder der alten Flakons lieben: Die frühen Jil-Sander-Flaschen – ikonisch reduziert – gehen auf Peter Schmidt zurück.)

1981 – Bath & Beauty (Jacques Artarit): Eine seidig-aldehydische Badekultur in Parfumform – “weiße Porzellanwanne” im Kopf, milchig-sauberes Leuchten auf der Haut.

1981 – Man Pure (Jacques Artarit): Würzig-holzige Männlichkeit mit Krautigkeit, Rauch und Leder-Anklängen – ein Kultgeheimtipp, der später als Scent 79 Man modernisiert wiederauftauchte (2008, Mark Buxton).

Die großen Wegmarken

1989 – SUN (Pierre Bourdon): Der deutsche Sommerklassiker schlechthin. “Riecht wie Sonnencreme” – nicht als Gag, sondern als Pionierthema: ein Haut-und-Sonne-Akkord, der ganze Duftgenerationen sozialisiert hat.

2025 – Jil Sander Olfactory Series 1

Sechs nachfüllbare EdP (Black Tea, Earth, Leaf, Coffea, Miel, Smoke), entwickelt mit Top-Parfümeuren (u. a. Nathalie Lorson, Julie Massé, Mathilde Bijaoui, Paul Guerlain, Bérénice Watteau) unter der kreativen Leitung von Lucie & Luke Meier. Technisch spannend: CO₂-Extraktionen, upcycelter Alkohol, bewusst “unperfekte” Flakons von Formafantasma mit weißer “Glocke” als Lichtschutz – Minimalismus, der atmet.

Jil Sander Parfüm
(Schöner Fun-Fact aus der Design-Historie: Schon der erste Sander-Duft kam in einer Peter-Schmidt-Flasche – die neue Serie setzt diese Designlinie zeitgemäß fort.)

Kleine Anekdoten, die man gern weitererzählt

  • SUN gilt bis heute als Prototyp für “SPF-Duft” – ein olfaktorischer Shortcut zu Sonnenmilch, Strand und Heiterkeit, lange bevor “Sonnencreme-Akkorde” zum Trend wurden.
  • No. 4 steht als “Sander-Opulenz” im Ruf, die 80er in einem kontrollierten, architektonischen Chypre-Orientalen zu bündeln – groß, aber nie grob.
  • Man Pure → Scent 79 Man: Ein klassischer “Relaunch mit Re-Work”, bei dem Mark Buxton 2008 die DNA des 1981er-Originals in eine klarere, leder-würzige Moderne überführt hat.

Warum edle Düfte in die Parfümerie gehören
(und nicht blind in den Warenkorb)

Online ist bequem – aber Ihre Haut ist kein Karton. Gerade bei hochwertigen (und “nischigen”) Kompositionen entscheidet die eigene Chemie: Temperatur, pH-Wert, Pflege, sogar Tagesform. Drei Dinge, die das Geschäft besser kann als jeder Warenkorb:

  1. Reise durch die Zeit: Auf Papierstreifen riechen Sie nur die Ouvertüre. Auf der Haut erleben Sie Top-, Herz- und Basisnoten im Verlauf – die wahre Persönlichkeit des Dufts.
  2. Kontext & Kuratierung: Gute Parfümerien hören zu. Sie übersetzen Vokabeln (“pudrig”, “harzig”, “isotropisch-kalt”) in konkrete Empfehlungen – und lassen Sie Varianten gegentesten (z. B. SUN vs. Sun Men oder No. 4 vs. moderne Chypre-Interpretationen).
  3. Materialität & Sillage: Projektion, Textur, die “Aura” im Raum – das merken Sie erst live. Außerdem: Schöne Marken-Inszenierungen (Licht, Haptik, Flakonmechanik) gehören zum Erlebnis.

Für Jil Sander Olfactory Series 1 gilt das doppelt: Die Serie spielt mit CO₂-Extraktionen und Aldehyd-Signaturen, die sich auf Stoff, Abstand und Temperatur spürbar verändern – das muss man an sich erfahren.

Warum edle Düfte in die Parfümerie gehören
(und nicht blind in den Warenkorb)

Online ist bequem – aber Ihre Haut ist kein Karton. Gerade bei hochwertigen (und “nischigen”) Kompositionen entscheidet die eigene Chemie: Temperatur, pH-Wert, Pflege, sogar Tagesform. Drei Dinge, die das Geschäft besser kann als jeder Warenkorb:

  1. Reise durch die Zeit: Auf Papierstreifen riechen Sie nur die Ouvertüre. Auf der Haut erleben Sie Top-, Herz- und Basisnoten im Verlauf – die wahre Persönlichkeit des Dufts.
  2. Kontext & Kuratierung: Gute Parfümerien hören zu. Sie übersetzen Vokabeln (“pudrig”, “harzig”, “isotropisch-kalt”) in konkrete Empfehlungen – und lassen Sie Varianten gegentesten (z. B. SUN vs. Sun Men oder No. 4 vs. moderne Chypre-Interpretationen).
  3. Materialität & Sillage: Projektion, Textur, die “Aura” im Raum – das merken Sie erst live. Außerdem: Schöne Marken-Inszenierungen (Licht, Haptik, Flakonmechanik) gehören zum Erlebnis.

Für Jil Sander Olfactory Series 1 gilt das doppelt: Die Serie spielt mit CO₂-Extraktionen und Aldehyd-Signaturen, die sich auf Stoff, Abstand und Temperatur spürbar verändern – das muss man an sich erfahren.

Jil Sander und die leise
Sprache der Düfte

Autor: Alexander Popp (Inhaber Parfümerie Hussong)

Jil Sander und die leise Sprache der Düfte

Autor: Alexander Popp (Inhaber Parfümerie Hussong)

Wenn Mode das Sichtbare ist, dann sind Düfte ihre unsichtbaren Zwillingsgeschwister – und im Falle von Jil Sander vielleicht sogar die treueren. Die Marke, die seit den späten Siebzigern den Purismus in die internationale Mode einführte, hat ihre Parfumwelt immer als eine Art olfaktorische Architektur verstanden: klar, streng, aber voller Zwischentöne. Wer Jil Sander trägt, macht nie viel Lärm – und wird doch sofort gehört.

Der Anfang: Minimalismus im Flacon

1979 erscheint das erste Jil-Sander-Parfum. Sein Name ist schlicht: Woman Pure. In einer Zeit, in der die Parfumwelt noch vom Glamour der Siebziger schwärmte – opulente Aldehyde, dramatische Chypres – wagte Jil Sander das Gegenteil. Grün, seifig, aldehydisch-kühl, fast schon antiseptisch sauber. Ein Parfum wie eine frisch aufgeschlagene Seite Papier. Es war die logische Übersetzung des modischen Purismus der Designerin in Duftsprache. Auch die Flasche, gestaltet von Peter Schmidt, war ein Manifest: reduziert bis zum Äußersten, ein Design, das man eher in einer Galerie als auf einem Schminktisch vermutet hätte.

Jil Sander Parfüm

Für ein echtes Dufterlebnis und eine klasse Beratung besuchen Sie uns in der Ludwigsstraße 1 in Mainz.